ZWEITE empfängt Tungeln am Freitag

von Michael Cording

Vorschau: Aufsteiger mit Heimspieldebüt am Freitagabend

An diesem Freitagabend um 19:30 Uhr empfängt die 2. Herren des TSV Großenkneten den SV Tungeln zum ersten Heimspiel in der neuen Liga (1. Kreisklasse). Am 1. Spieltag überraschte die Gronewold-Elf mit einem verdienten 3:3 beim KSV Hicretspor (Rückblick siehe unten) und möchte den guten Eindruck der ersten Partie nun auf eigenem Platz bestätigen. Jahrelang - seit Neugründung 2011 - war der Heimspieltermin der ZWEITEN der späte Samstagnachmittag, man ließ der 1. Herren und der A-Jugend beim begehrten Freitagstermin den Vortritt. Inzwischen spielt die A-Jugend als Spielgemeinschaft in Huntlosen und die Zweitvertretung der Kneter Herrenriege konnte den Platz einnehmen.

Mit dem SV Tungeln kommt eine nicht unambitionierte, junge erste Mannschaft in die EnergieConcept-Arena, die am 1. Spieltag der ebenfalls hoch gehandelten U23 des TSV Ganderkesee 4:5 unterlag. "Vorne hui, hinten pfui" könnte man aus diesem Ergebnis ableiten, jedoch kann Großenkneten sich erstmal auf das eigene Spiel konzentrieren, hat man doch bereits bei Hicret bewiesen, dass man mehr als nur Kanonenfutter oder Sparringspartner sein kann. Für das Heimspieldebüt wird die Hütte mit Speis und Trank zu fairen Preisen geöffnet sein. Schiedsrichter der Partie ist Sportkamerad Sascha Eilers. Der TSV hofft auf viele Unterstützer beim ersten Freitagabendspiel in der 1. Kreisklasse!

 

Rückblick: 3:3 nach 0:3 - ZWEITE erkämpft Remis

Den untenstehenden Presseberichten vom 1. Spieltag muss man aus Sicht der Kneter Mannschaft ergänzen, dass nach dem 0:3 direkt nach Wiederanpfiff natürlich niemand mehr einen solchen Spielverlauf für möglich gehalten hätte. Team und Trainer sind sehr stolz auf das Geleistete, ärgern sich aber tatsächlich merklich über liegengelassene Punkte. Hicret war spätestens nach dem 3:3 vollkommen von der Rolle und hätte eigentlich komplett Schachmatt gesetzt werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt längst mit 2-3 Spielern weniger auf dem Platz hätten stehen müssen. Objektiv betrachtet spricht man hier von: einer klaren Notbremse (gesehen, jedoch nur mit Gelb geahndet), einer aus Position des Schiedsrichters etwas schwerer zu ahnenden Notbremse (weiterspielen lassen), einer Tätlichkeit (Treten, gesehen und nur mit Gelb geahndet), eines Rückpasses per Einwurf, der vom Keeper per Hand aufgenommen wurde (gesehen und weiterspielen lassen), einer glasklaren Abseits-Fehlentscheidung (bemerkt, mit SR-Ball korrigiert, aber Verlust einer eindeutigen Torchance in der Schlussphase). Subjektiv betrachtet kann man über die Summe verwarnungswürdigiger Vergehen nachdenken, die den ein oder anderen weiteren Feldverweis sicher irgendwann mal gerechtfertigt hätten. Auch wenn es nach dieser Aufzählung etwas blöd klingt: Das Spiel war wirklich nicht sonderlich unfair und bis auf Teile der Schlussphase nicht mal hitzig, aber in 3-4 spielentscheidenen Situationen hat der Unparteiische sehr unglücklich zu Ungunsten des TSV Großenkneten II entschieden. Um zu dieser Bewertung zu kommen, musste der Autor dieses Artikels nicht einmal den aus seiner Sicht sehr wohl fragwürdigen Elfmeterpfiff (vgl. Weserkurier unten) zum 0:2 erwähnen, sondern bewertet das unnötig hohe Risiko des vorliegenden Bodentacklings zu Gunsten des Schiedsrichters einmal höher als die Tatsache, dass hier regelkonform der Ball gespielt wurde. Nun, wir vom TSV freuen uns trotzdem auch ein wenig über den lange nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt und kommen zu den Pressestimmen.

Aus der NWZ vom 14.08.2017 / Werner Schaar

KSV Hicretspor Delmenhorst - TSV Großenkneten II 3:3. Eine tolle Moral bewies Aufsteiger TSV Großenkneten II, der zur Pause mit zwei Treffern hinten lag. Als unmittelbar nach Wiederanpfiff den Delmenhorstern ein weiteres Tor gelang, deutete alles auf eine klare Niederlage der Gäste hin. Doch die Großenkneter steigerten sich in dem Maße, wie die Platzherren nachließen. Am Schluss ärgerten sich die Gäste sogar über einen verpassten Erfolg, der durchaus möglich gewesen wäre. Tore: 1:0 Kanli (9.), 2:0 Bernett (29./FE), 3:0 Kanli (46.), 3:1 Hemme (63.), 3:2 Stapel (70.), 3:3 Feige (72.).

Aus dem Weser Kurier vom 14.08.2017 / Ralf Kilian

Delmenhorst. "Ein Albtraum", stöhnte Hicretspor-Trainer Timur Cakmak angesichts der Schlussphase im Auftaktspiel der 1. Fußball-Kreisklasse gegen die zweite Mannschaft des TSV Großenkneten. Nach zunächst drückender Überlegenheit hatte der KSV eine klare 3:0-Führung noch vertändelt und musste am Ende sogar froh sein, wenigstens ein 3:3 (2:0)-Unentschieden gerettet zu haben. An diesem Mittwoch ist es exakt ein Jahr her, dass Hicretspor mit 8:0 gegen den Harpstedter TB den letzten Pflichtspielsieg gefeiert hatte.

"Ab der 55. Minute waren wir nicht mehr auf dem Feld. Da denkst du, mit dem 3:0 ist das Spiel gelaufen. Aber nach dem 3:1 haben wir alle Zweikämpfe verloren und nur noch versucht zu zaubern. Eine absolute Katastrophe", schimpfte Cakmak, der sich nach dem Ausgleich zum 3:3 in der Schlussphase zwecks Schadensbegrenzung selbst einwechselte. Aufsteiger Großenkneten II war zunächst total unterlegen und chancenlos, wurde aber von den Lässigkeiten der Gastgeber wieder ins Spiel zurückgeholt.

Der Nachmittag hatte für den KSV schon unglücklich begonnen. Onur Aslan knickte bereits nach zwei Minuten ohne Gegnereinwirkung um und musste vom Platz geführt werden. "Das hat geknackt", diagnostizierte Aslan einen Bänderriss. Seine Mitstreiter ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil. In der ersten halben Stunde kam Großenkneten kaum über die Mittellinie, besonders Hilmi Yavuzcan und Üzeyir Kanli waren zu keinem Zeitpunkt zu kontrollieren. Und im zentralen Mittelfeld erwies sich Neuzugang Tayfun Kurt auf Anhieb als absolute Verstärkung, fing viele Bälle im Ansatz ab und leitete sie direkt in vielversprechende Angriffe weiter.

Das Führungstor fiel allerdings etwas zufällig, weil Kanli ungewollt Doppelpass mit einem Knetener Verteidiger spielte und plötzlich frei vor Torwart Björn Wohlers auftauchte. Kanli ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 1:0 ein (9.). Gegen die zunächst mutlosen Gäste vergaben Yavuzcan und Kanli weitere Möglichkeiten, bis letztgenannter im Strafraum zwei Kringel drehte und eine Grätsche dankbar annahm. Schiedsrichter Attilio-Pio Stefania (DTB) entschied zu Recht auf Strafstoß, den Ashford Bernett locker verwandelte (29.). Erst danach erlahmte der Schwung etwas, obwohl sich Hicretspor mit neun Mann am Angriffsspiel beteiligte. Trotzdem: Mit Kanlis 3:0 direkt nach dem Seitenwechsel schien es so, als ob die Sieglos-Serie (saisonübergreifend jetzt 28 Partien) endlich ein Ende finden würde. "Ich hatte ein bisschen Sorge, dass es jetzt noch höher wird. An eine Wende hätte man nicht mehr gedacht", gab Knetens Trainer Andreas Gronewold zu.

Doch mit dem 35-Meter-Heber von Sven-Ole Hemme über Hicretsport-Torhüter Mustafa Yildiz hinweg zum 3:1 (64.) kam bei den Gastgebern wieder die große Flatter. Die Meckereien untereinander nahmen zu und Großenkneten schockte den Favoriten mit einem Doppelschlag. Der lange Marten Stapel köpfte einen Eckball zum 3:2 ein (71.) und zwei Minuten später steckte Eike Willers herrlich für den kurz zuvor eingewechselten Patrick Feige durch, der den ersten Punkt für den Aufsteiger sicherte (73.).

"Wir haben super gekämpft, und am Ende war das Unentschieden absolut verdient. Hicretspor hat am Ende konditionell nachgelassen", analysierte ein stolzer Andreas Gronewold. Cakmaks Gefühlslage war komplett anders. Aber: "Vielleicht ist es ganz gut, dass uns zu Anfang so etwas passiert ist. Jetzt weiß jeder, was los ist."

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