ZWEITE siegt auch beim Dritten
von Michael Cording

Zwar hatte die 2. Herren des TSV vor dem heutigen Auswärtsspiel nicht nur einen guten Lauf, auch haben sich die beiden Hasberger Mannschaften in der 2. Kreisklasse ein wenig zum Kneter Lieblingsgegner entwickelt, aber dennoch war der Tabellendritte TuS Hasbergen III der klare Favorit, wollte dieser sich zudem für die Niederlage aus dem Hinspiel in Großenkneten revanchieren.
Zunächst mussten sich beide Teams jedoch 30 Minuten gedulden. Die Partie wurde eine halbe Stunde später angepfiffen, da der angesetzte Schiedsrichter nicht erschien. Letztlich pfiff der Hasberger Coach selber - sicher nicht die besten Voraussetzungen, aber der Mann meisterte seinen undankbaren Job wirklich gut - vielen Dank dafür. Als es dann um 11:30 Uhr endlich losgehen konnte, kam der Gastgeber direkt gut ins Spiel und versuchte, den ersatzgeschwächten TSV unter Druck zu setzen. Dieser verstand es aber, sich durch gutes Stellungsspiel und cleveres Zweikampfverhalten so zu wehren, dass keine zwingenden Chancen für den TuS entstanden. Schmeichelhaft war das 1:0 für die Kneter nach einer Viertelstunde. Möhring hatte eine Ecke an den kurzen Pfosten gebracht, wo Patrick Feige den Ball irgendwie mit Bauch und Brust über die Torlinie drücken konnte. Vorher hatte es kaum nennenswerte Offensivaktionen der Gäste gegeben. In der Folge versuchte Hasbergen viel, hatte gegen sehr diszipliniert spielende Kneter aber kaum zündende Ideen. Nach vorne tat der TSV nicht viel mehr als notwendig, setzte aber einige Nadelstiche. Einer davon führte nach einer guten halben Stunde zum 2:0. Ein schnörkelhaft vorgetragener Angriff über Schillmüller und Feige wurde durch den kurz zuvor eingewechselten "Comebacker" Stefan Paetzke per Halbvolley aus 16 Metern traumhaft vollendet. Bis zur Halbzeit stand der TuS dann doch noch zwei Mal vor Keeper Wohlers, vergab jeweils aber kläglich.
Zum Schluss der 1. Halbzeit "ein bis zwei Mal ein bisschen Glück gehabt, aber Glück kann man sich auch erarbeiten und verdienen", so das zufriedene Fazit Gronewolds, der nun die drei Punkte aus Delmenhorst natürlich mitnehmen wollte. Vor dem Spiel hätte man aufgrund der angespannten Personalsituation sicher auch ein Remis unterschrieben. Die 2. Halbzeit war dann insgesamt gesehen ein verzweifeltes Anrennen der Gastgeber gegen die beste Abwehr der 2. Kreisklasse, die diesen Titel offenbar nicht ganz zu Unrecht trägt. Offensivaktionen für den TSV gab es abgesehen von vereinzelten Kontern ohne echte Abschlüsse kaum, dafür fighteten alle elf Mann in der Rückwärtsbewegung als ginge es um ihr Leben. Mit Erfolg, Hasbergen kam nur sehr selten durch, wenn doch, dann war auch Keeper Wohlers bestens aufgelegt und verhinderte insbesondere in der 80. Minute im 1 gegen 1 den Anschlusstreffer. Kurz zuvor hatten die Gastgeber einen fragwürdigen Handelfmeter nach dem Motto "Wo soll die Hand hin, wenn du sie aus einem Meter anschießt?!" gegen Cording zugesprochen bekommen. Hasbergens Lasarsch wollte es aber wohl zu genau machen und setzte den Ball über das linke Lattenkreuz. Spätestens da dämmerte es einigen wohl schon, dass Großenkneten dieses Spiel heute nicht verlieren konnte. Und das taten sie auch nicht - mit 2:0 verließ der TSV als Sieger das Feld.
Fazit: Viel effizienter kannst du kaum spielen. Große Fußballkunst war das abgesehen vom 2:0-Traumtor heute nicht, aber wer so viel Leidenschaft und Siegeswillen auf den Platz bringt, hat sich den nächsten Dreier auch redlich verdient. Der TSV ist in 2016 weiterhin ungeschlagen und hat 14 von 18 möglichen Punkten geholt - das hätten die kühnsten Optimisten nicht erwartet.
Ausblick: Der Spielrhythmus bleibt weiterhin gleich - und die Aufgaben werden nicht einfacher: Am Mittwochabend muss die ZWOTE zum Nachholspiel beim VfL Wildeshausen III, ihres Zeichens punktgleicher Tabellennachbar auf Platz 6, Sonntagnachmittag muss man dann zum Viertplatzierten Turabin Delmenhorst II. Die Mannschaft hat heute aber einmal mehr bewiesen, dass sie mit der richtigen Einstellung jede Mannschaft der Liga schlagen kann.